Fakultät Bauwesen

Hochschule Zittau/G�rlitz (FH)

Fakultät Bauwesen

Tradition der "Zittauer Bauhütte"

Die am 1. Oktober 1862 an der Baugewerkeschule gegründete studentische Korporation führte seit dem Jahre 1892 den Namen "Zittauer Bauhütte".


Ende des 19. Jahrhunderts bis hinein in das 20. Jahrhundert haben Korporationen das Leben an deutschen Hochschulen geprägt. Sie waren damals die einzige organisierte Vertretung der Studentenschaft. Der Korporation oblag dementsprechend die Repräsentation der Studenten gegenüber den Hochschulleitungen sowie den staatlichen Behörden.

Baugewerkeschule Zittau

Grundsatz ist die Freundschaft unter den Angehörigen und die Förderung und Erhaltung der Anhängigkeit an die Bildungsstätte. Diese Bundesbrüderlichkeit ist bis heute einer der tragenden Pfeiler. Sie setzt voraus, dass sich Bundesbrüder in guten und in schlechten Tagen aufeinander verlassen können. Mitte des 19. Jahrhunderts, im Zeitalter der technischen Revolution, änderten sich die politischen und auch ganz besonders die die Verkehrsverhältnisse. Man begann die Verbindungen zu den Korporationen aufrechtzuerhalten, zunächst noch freiwillig und lose, aber die Beziehungen festigten sich schnell und wurden zum grundsätzlichen Prinzip.


Die sogenannten "Alten Herren" waren geboren, die mit allen Rechten und Pflichten der Korporation bis zum Lebensende verbunden blieben. Als Verbindungsfarben, die auch heute noch getragen werden (Rot-Silber-Schwarz), wurde  "Rot" für die Liebe, "Silber" für die Reinheit des Geistes und "Schwarz" als stete Mahnung gewählt.

Der Verein "Zittauer Bauhütte" an der Königlich-Söchsischen Bauschule Zittau wurde bereits nach 12 Jahren seines Bestehens wieder aufgelöst. Nach mehreren Gründungsversuchen gilt die 1. Generalversammlung der Zittauer Bauhütte am 26.12.1905 im Hotel "Goldener Stern" in Zittau als der eigentliche Gründungstermin.


In der Satzung des Vereins der Zittauer Bauhütte sind u.a. folgende zentrale Aufgaben verankert:
 

  • Die Geselligkeit unter Schülern rege halten
  • Wissen und Kenntnisse durch Vorträge zu fördern
  • Kontaktpflege zu anderen Lehranstalten
  • über das Studium hinaus den Zusammenhalt zu fördern
  • Gewinnung von Studenten in Verbindung mit den Altherrenbund der Zittauer Bauhütte
  • Kontaktpflege zwischen den Mitgliedern und den Familienangehörigen

 
Als Sitz des "Altherrenbundes" galt Dresden. Der "Altherrenbund wurde allerdings sehr viel später in das Vereinsregister in Dresden (im Jahre 1932) eingetragen und führte ab dieser Zeit den Zusatz e.V.
Im Jahre 1925 trat der Altherrenbund auch dem gegründeten Kartell Augustusburg bei. Dieses Kartell vereinigte alle Altherren-Verbände der farbentragenden Vereinigungen der Bauschulen Sachsen.
Auch diesem Kartell lag die Hilfe der Aktiven beim Eintritt in den Beruf neben der Pflege wissenschaftlicher und praktischer Bildung zugrunde. Diese Zeit, in der Hilfen angeboten wurden, gilt für unseren Altherrenbund als eine der fruchtbarsten. Bis 1934 gehörten dem Altherrenbund etwa 300 Mitglieder an. Der gute Ruf der Staatsbauschule Zittau, verbunden mit der Werbung des Altherrenbundes, wurde weit über die Grenzen Sachsens hinausgetragen.


Am 8. Mai 1945 war die Stunde Null. Die Universitäten und höheren Schulen waren geschlossen. Es fehlte daher an jeder personellen und materiellen Voraussetzung für den Wiederaufbau studentischer Verbindungen. 
Trotz dieser Situation zeigte sich aber bald, dass eines überlebt hatte, nämlich die Bundesbrüderlichkeit. Anfang 1960 trafen sich unsere ersten Bundesbrüder und durch Recherchen konnten weitere ausfindig gemacht werden. Am 23. Mai 1963 nahm der Altherrenbund der Zittauer Bauhütte sein Wirken in enger Zusammenarbeit mit der "Rheno-Westfalia" zu Wuppertal im "Westen" wieder auf.


Der Altherrenbund hielt seine Kommerse fortan - ab 1963 - jährlich ab, und zwar in den verschiedensten Gegenden der Bundesrepublik Deutschlands. Neumitglieder wurden in ehemaligen Studenten gefunden, die nach der Stunde Null die Fachschule für Bauwesen Zittau absolvierten und Bereitschaft zur Pflege der Tradition bekundeten, aber auch angetan waren von dem über die Wirren der Zeit erhalten gebliebenen Freundschaftsprinzip.


Seit dem 19. September 1996 ist nun auch die Zittauer Bauhütte e.V. auf Initiative von 7 Gründungsmitgliedern wieder aktiv und neue Bundesbrüder kommen dazu bzw. werden gern aufgenommen.